Sicherheitshinweise

Unsere Reaktionsharze werden seit über 30Jahren in Industrie und Handwerk eingesetzt. Sie besitzen einen charakteristischen Eigengeruch, der von Methylmethacrylat herrührt. Methylmethacrylat und die Mehrzahl der Methylmethacrylat enthaltenden Zubereitunge unterliegen nach der Arbeitsstoffverordnung (Verordnung über gefährliche Arbeitsstoffe vom 29. Juli 1980) der Kennzeichnungspflicht als „leichtentzündlich“ und „reizend“ oder „gesundheitsschädlich“.

Als leichtentzündlich (Flammsymbol) zu bezeichnen sind Degadur- und Degamente Harze wegen ihres niedrigen Flammpunktes unter +21 °C‚ der sie nach der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten in die Gruppe A Gefahrklasse 1 einstuft.

Als „reizend“ sind alle Degadur- und Degament-Harze wegen ihres Gehaltes an Methylmethacrylat anzusprechen. Darüber hinaus müssen einige Typen als „gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet werden, weil sie mehr als 1 Gew. % DimethyI-p-toluidin enthalten. Der MAK-Wert von Methylmethacrylat beträgt 100 ppm bzw. 410 mg/m3 bzw. 0,01 Vol.%. (Der MAK—Wert ist die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff am Arbeitsplatz, der bei täglich achtstündiger Einwirkung bis zu 45 Wochenstunden die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt). Methylmethacrylat wird in der Arbeitsstoffverordnung wie ein Lösungsmittel behandelt, weil es in seinen physiologischen Eigenschaften  bekannten Lack-Lösungsmitteln, wie z.B. Athylacetat (MAK: 400 ppm). Butylacetat (MAK: 200 ppm). Methyläthylketon (MAK: 200 ppm) ähnlich ist. Wie diese übt ‚ Methylmethacrylat eine Reizwirkung auf Haut. Augen und Schleimhäute aus, die sowohl durch direkte Berührung als auch durch Einatmen der Dämpfe ausgelöst werden kann.

Methylmethacrylat ist in den letzten Jahren intensiv toxikologisch untersucht worden. Die besonders bei Langzeiteinwirkung bis zu extrem hohen Dampfkonzentrationen (mehrfaches des MAK-Wertes) durchgeführten Untersuchungen ließen weder erbschädigende noch krebserregende Einflüsse erkennen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen:

1. Gebinde für Harze und Härter sind nach jeder Entnahme sofort zu verschließen. Dadurch soll ein unnötiges Verdunsten des flüchtigen Harzanteile bzw. eine Verschmutzung des Härters verhindert werden.

2. Alle Lager- und Verarbeitungsräume sollen ausreichend belüftet werden. Dabei ist zu beachten, daß MMA-Dämpfe schwerer als Luft sind, sich also am Boden ansammeln.
Bei Beschichtungsarbeiten ist ein teilweises Verdampfen des MMA nicht zu vermeiden. Die dadurch auftretende Geruchsbelästigung des Personals kann durch einen von Ventilatoren erzeugten Luftstrom gemindert werden. Besonders vorteilhaft ist nach unseren Erfahrungen das gezielte Einblasen von Luft. (Zumindest beim Absaugen müssen die Motoren in Ex-Schutz ausgerüstet sein).

3. Bei derVerarbeitung von Reaktionsharzen dürfen sich in der Nähe keine offenen Zündquellen befinden oder nicht exgeschützte elektrische Geräte betrieben werden.

4. Arbeitsschutzhandschuhe und saubere Arbeitsschutzkleidung sind zu verwenden. Arbeitsschutzbrillen sind zu verwenden.

5. Beim Umgang mit den Harzen ist auf einen wirksamen Hautschutz zu achten. Da zumeist ein direkter Hautkontakt mit dem Harz nicht völlig zu vermeiden ist, empfehlen wir vor jedem Arbeitsbeginn, also auch nach Pausen, die Hände und andere gefährdete Hautpartien gründlich zu waschen, zu trocknen und mit „Arretil“-Hautschutzsalbe (Fa. Stockhausen) einzureiben. Der wasserlösliche Schutzfilm erleichtert die spätere Reinigung. Nach Kontakt mit Wasser muß Arretil erneut angewendet werden. Bei starker Verschmutzung sollte auf keinen Fall mit den meist sehr hautschädIichen Lösungsmitteln gereinigt werden. Wir empfehlen in solchen Fällen Cupran-Handreiniger (Fa. Stockhausen) zu verwenden. Ist Harz in die Augen oder auf Schleimhäute gelangt, muß intensiv mit reichlich Wasser gespült werden. Vorsorgehalber sollte dann auch ein Arzt zu Rate gezogen werden.

6. Die zur Verarbeitung der Harze verwendeten pulvrigen Härter enthalten Dibenzoylperoxid. Der Umgang mit den Härtern erfordert besondere Umsicht, vor allem ist ein Kontakt mit Augen, Schleimhaut und Haut unbedingt zu vermeiden. Im Berührungsfalle ist die Haut mit viel Wasser und milder Seife zu waschen. Ist Härter in die Augen gelangt. muß intensiv mit Wasser gespült und sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

Die Aufbewahrung von Harz und Härter muß stets getrennt werden. Eine Verunreinigung des Härters ist unbedingt zu vermeiden,da möglicherweise Zersetzung eintritt und dann Brandgefahr besteht. Deshalb sollte einmal entnommener Härter nicht wieder in das Vorratsgefäß zurückgeschüttet werden. Härterreste werden am besten durch Vermischen mit anteiligen Harzmengen (1 Teil Härter: 5 Teile Harz) vernichtet.

Wir verweisen hier ausdrücklich auf die technischen Vorschriften der Peroxidhersteller und auf das Merkblatt „Organische Peroxide“ F6 der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie.

7. Bei den zur Reinigung der Arbeitsgeräte verwendeten Lösungsmitteln ist ein unmittelbarer Hautkontakt zu vermeiden. Die Reinigungsbehälter sollten in jedem Fall mit einem gut dichtenden Deckel verschlossen gehalten und an einem gut gelüfteten Ort aufgestellt werden. Bei den Reinigungsarbeiten empfehlen wir Schutzhandschuhe zu tragen. Im übrigen sei auf das Merkblatt der Berufsgenossenschaff der Chemischen Industrie „Umgang mit Lösungsmitteln“ hingewiesen.

Sicherheitstechnische Kennzahlen von Methylmethacrylat:

  • Siedepunkt: 101°C
  • Dampfdruck: 40 mbar/20°C
  • Flammpunkt: + 10°C
  • Zündtemperatur: 430°C
  • Explosionsgrenze: 2,1 - 12,5 Vol.%
  • MAK-Wert: 100 ppm bzw. 410 mg/m3

Unsere Angaben über unsere Produkte und Geräte sowie über unsere Anlagen und Verfahren beruhen
auf einer umfangreichen Forschungsarbeit und anwendungstechnischen Erfahrung. Wir vermitteln
diese Ergebnisse. die keine Zusicherung von Eigenschaften unserer Erzeugnisse bedeuten in Wort und
Schrift nach bestem Wissen, behalten uns jedoch technische Änderungen im Zuge der Produktentwrcklung vor. Darüber hinaus steht unser Technischer Beratungsdienst auf Wunsch für weitergehende Beratungen sowie zur Mitwirkung bei der Losung fertigungs- und anwendungstechnischer Probleme zur Verfügung.

Das entbindet den Benutzerjedoch nicht davon, unsere Angaben und Empfehlungen vor ihrer Vewendung für den eigenen Gebrauch selbstverantwortlich zu prüfen. Das gilt, besonders für Auslandslieferungen auch hinsichtlich der Wahrung von Schutzrechten Dritter sowie für Anwendungen und Verfahrensweisen, die von uns nicht ausdrücklich schriftlich angegeben sind. Im Schadensfall beschränkt sich unsere Haftung auf Ersatzletstungen gleichen Umfangs. wie sie unsere Allgemeinen Verkaufs- und Lieferbedingungen bei Qualitatsmängeln vorsehen.